Work work work work work work

***** ENGLISH TRANSLATION UNDERNEATH *****

Letzte Woche habe ich eine E-Mail von meinem Deutschlehrer in Oxford erhalten, um uns daran zu erinnern, dass wir einige Auslandsjahrarbeiten schreiben müssen. Gestern habe ich für eine halbe Stunde Nachrichten per Whatsapp mit meiner wunderbaren Praktikumsleiterin aus Leipzig getauscht. Heute Abend reisen vier meiner lieben Freunde aus Leipzig nach Paris, um mich zu besuchen. Solche nörgelnde Signale kann ich nicht mehr verzichten. Dieses Blog ist ein Auftrag von der deutschen Fakultät, und deshalb muss ich etwas auf Deutsch schreiben, auch wenn das meinem jetzt französischen Gehirn widersinnig scheint. Aber was? Ich schreibe nur wenn ich eigentlich was zu schreiben habe, und ich würde lieber meine ‘interessante’ Überlegungen auf Englisch schreiben. Zum Glück ist mein Leben in Paris in zwei verschiedene Teilen aufgespalten: der Langweiliger (leider mein Praktikum), und der Interessanter (jede Stunde, die ich außerhalb des eisernen Tors verbringe). Daher widme ich diesen deutschen Eintrag zum ersteren.

Ihre Vorurteile sind alle wahr: das Leben in einem Pariseren Büro versus das Leben in einem deutschen Büro

Wir fangen uns ganz von vorne an: der Arbeitsbeginn. Der Leipziger Tag fing um 9 Uhr an. Oder, genauer gesagt, die Arbeit fing um 9 Uhr an. Wer eine Kaffee machen, oder einfach zu reden, wollte, musste das vor 9 Uhr machen. Ich fühlte mich oft ein bisschen aufmüpfig, als ich um 8.57 meinen dicken Wintermantel noch aufknöpfen musste. Die Ostdeutsche sind stolz, dass sie nicht so überspannt wie die immer pünktliche ‘Wessies’ sind, aber zu diesem Thema gab es kein Spielraum. Umso begeistert war ich, als ich erfuhr, dass der Arbeitstag in Paris um 10 Uhr beginnt. Umso begeisterter war ich, als, an meinem ersten Tag, meine Praktikumsleiterin mir erzählte, dass ich eigentlich um 10.30 ankommen sollte. (“Wir arbeiten in Media, Ella. Wir sind kreativ. Wir mögen Schlaf.”) Auch wenn ich um 10.35 ankomme, bin ich fast die erste. Die Arbeit beginnt erst um 11.15, nach Reden und Kaffee.

Die Mittagszeit in Leipzig war immer mechanisch pünktlich: jeden Tag, un 11.59, kam Kerstin-aus-der-Nachbarbüro zu uns, und fragte ob wir Mädels für das Essen bereit waren. Fünf Minuten später saßen wir sieben Mädels aus Marketing an einem Tisch in der Kantine, und wir gönnten uns ein billiges und buntes Eintopfgericht. Die Mittagszeit war die Zeit für Gespräch, und während meine sechs Monate im Gewandhaus, lernte ich meine Kollegen, und ihre Anekdote über ältere Eltern und Pläne für die Wochenende,  ganz persönlich. Sobald der letzte Schluck geschluckt wurde, gingen wir noch mal nach oben im Büro, und arbeiteten wir noch wieder. Die Mittagspause dauerte nur eine halbe Stunde.

Die Mittagspause in Paris ist wesentlich freier. Im Umkreis von zehn Fussminuten von dem Büro ist Essen von fast jeden Typ zu finden. Ich stelle mich sicher, dass ich jeden Tag was anderes esse. Montag – Libanese. Dienstag – Italienisch. Mittwoch – Hähnchen mit Reis aus dem schönen Vietnamesen. Und so weiter. Ich sitze mich auf einer Bank in dem Park. Ich beachte die Menschen um mich herum, und ich höre ihren Gesprächen zu (um meine französische Kenntnisse zu entwickeln!). Innerhalb von weniger als eine Stunde kehre ich ins Büro zurück , aber meine Selbstdisziplin ist unnötig, und wird nicht erkannt. Meine Mitbewohner verbringen den Nachmittag auf dem Hof, eine Zigarette in der Hand.

Ich mag die Freiheit, aber ich vermisse das Mittagsgeschwätz mit meinen Kollegen in Leipzig. Und, im Laufe des Nachmittags, als die Zahlen in meiner Tabelle anfangen, sich in freie Formenspiele vor meinen müden Augen zu verwandeln, denke ich immer an dem sonnigen Büro in Leipzig, und die fast mütterliche Gespräche mit meiner Praktikumsleiterin. Obwohl ich nicht mit dem Stereotyp zustimmen will, dass die Pariser unfreundlich sind, habe ich die Idee noch nicht widerlegt.

Der deutsche Arbeitstag endet um 17 Uhr, eine ganz zivilere Tageszeit. Es gab immer Zeit, irgendwas nach dem Arbeit zu machen. Es musste aber etwas sein, dass mich erlauben würde, vor Mitternacht eingeschlafen zu sein. Manchmal aß ich mit Freunde, oder gingen wir einkaufen. Zum Weihnachtszeit trafen wir uns oft am Weihnachtsmarkt, um ein Glühwein zu trinken. Einsamere Abende verbrachte ich beim Kochen, beim Fernsehen, oder bei einem Skype-Anruf mit meinen Eltern. Ich verstehe noch nicht, warum es solch einen Unterschied ausmachen kann, aber irgendwie ist der späterer Arbeitstag in Paris völlig revolutionär. Obwohl ich fast immer bis 19 Uhr arbeite, gibt es ausreichende Zeit, eine ganz Welt voller Spaß danach zu genießen. Es ist eine Kombination von einer freundlichen Mitbewohner, und das Wissen, dass ich um 1 Uhr ins Schlaf gehen kann, und noch für 8 Stunden schlafen. Es ist nicht doof oder aufmüpfig, sondern total möglich, einige Getränke in einer Kneipe am Abende unter der Woche zu haben, besonders wenn ich auch einen Abendlauf gemacht habe…

Im Rückblick machte ich die Entscheidung, mein Auslandsjahr als Praktikantin zu verbringen, relativ leicht. In den letzte 10 Monaten habe ich mich oft gewünscht, ein Erasmusstudentin zu sein. Dann hätte ich die Vertrautheit von Vorlesungen und Lesen als Komfort in einem fremden Land. Aber alles in allem, glaube ich dass ich froh bin, dass ich dieses Jahr gehabt habe. Nach Monaten von eintönigen Arbeit verstehe ich dass es ein echtes Privileg ist, jedes Semester in Oxford herausgefordert beim Lernen zu fühlen. Ich gelobe, dass ich niemals einen Auftrag beanstanden werde. Ich habe auch erkannt, dass meine zukünftige Karriere, wie auch immer sie aussehen mag, muss unbedingt geistreich sein. Ansonsten werde ich schrumpfen und welken. Vor allem haben meine zwei Erlebnisse von dem Büroleben mir den besten Einblick in den Denkarten der Deutschen und der Franzosen gegeben. Ich kann nicht sagen, dass ein besser als das andere ist, und ich will auch nicht. Das Büroleben ist aber so wichtig für so viele erwachsene in Westeuropa, und ich glaube dass, durch meine Praktika, ich so viel mehr über Frankreich und Deutschland gelernt habe, als ich als Erasmusstudentin hätte.

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Last week, I received an email from a German tutor in Oxford reminding us about year abroad work. Yesterday, I spent half an hour whatsapping my wonderful supervisor from my Leipzig internship. This evening, four of my lovely friends from Leipzig are arriving in Paris to visit me. I can’t ignore these niggling hints any longer. This blog is a year abroad assignment from the German department, and so, as counter intuitive as it may seem to my French-addled mind, I must write something in German. But what? I am not one to blog for the sake of blogging, and I would rather save my ‘interesting’ reflections for posts in which I don’t have to double-check case endings. Fortunately, I suppose, my time in Paris so far seems to be split into the non-interesting (meaning, sadly, my job), and the interesting (virtually every moment spent outside those clad iron gates). And so, I dedicate this German post to the former.

All of your preconceptions are true: life in a Parisian office vs life in a German office

Let’s start at the beginning – and by that I mean the beginning of the working day. Leipzig days officially started at nine. Or, to be more precise, work started at nine. Any morning chit-chat or essential coffee making was to be done before that, and I often felt slightly rebellious when I was still unbuttoning my duvet-like winter coat at 8.57am. The East Germans pride themselves on not being as highly-strung as the immaculately punctual ‘Wessies’, but there wasn’t much room for manoeuvre here. Imagine my delight, then, when I head that Paris working days generally begin at 10am. Imagine my ecstasy when, on my first day, my supervisor said there was no point arriving before 10.30. (“This is media, Ella. We’re creative. We like to sleep.”) Even now, when I roll in at 10.35, I tend to be one of the first. Work doesn’t really start until 11.15, when coffees have been brewed and chatter has died down a bit.

Lunch in Leipzig was a mechanically punctual affair: at 11.59 every day, Kerstin-from-the-office-next-door would pop round to ask if we ‘Mädels’ were ready for lunch. Five minutes later, we seven ladies from Marketing would be sitting around a table in the building’s canteen, tucking into a cheap-but-cheerful hearty stew or something equally German. This was the time for conversation, and over my six months there I really got to know my colleagues, and their anecdotes of their elderly parents and weekend plans. As soon as the last mouthful had been swallowed – usually mine, as I tried to look enthusiastic about sauerkraut – we would head back upstairs and get straight back to work. Lunch break would be over within half an hour.

My Parisian lunchtimes are a much freer affair. Within a ten minute radius of the office, I can find just about every type of cuisine I could possibly fancy. I make sure I don’t go to the same place twice in one week. Monday – Lebanese. Tuesday – Italian. Wednesday – chicken and rice and satay from that nice Vietnamese place. And so on. I eat on a bench in the nearby park, contentedly people-watching and eavesdropping on conversations. (It’s good for my French, that’s all). I make sure I’m back at my desk an hour after I leave, but my self-discipline seems both unnoticed and highly unnecessary, as the rest of the office laze in the courtyard smoking into the afternoon.

Freedom is nice, but I do find myself missing the Mädel-to-Mädel chatter of my Leipzig lunches. And as the afternoon goes on, and the figures in my spreadsheet start to morph into funny shapes in front of my tired eyes, I can’t help but think of that sunny Leipzig office and my almost-motherly mid-afternoon chats with my supervisor. I don’t particularly want to endorse the ‘Parisians are unfriendly’ stereotype, but I can’t say it’s been actively disproved. Yet.

The working day in Germany ends around the civilised hour of 5pm. There was always time to do something after work, although it had to be the kind of something that would be over in time for me to be asleep before midnight. Sometimes I’d meet friends for food, or a look around the shops, or, at Christmas, a Glühwein or two from the market. On lonelier evenings, I’d cook myself a lavish dinner, catch up on a TV programme or two, or skype my parents. Somehow – and I still don’t quite understand how it can possibly make such a difference – starting and finishing later in Paris has been completely revolutionary. Even though I rarely leave the office before seven here, there’s time for a whole world of after-work fun. I suppose a combination of actually having a friendly flatmate (an understatement, Noons, if you’re reading), and knowing that I can go to bed at 1am and still sleep for eight hours is key. Suddenly a few drinks in a bar on a work night doesn’t seem silly or even rebellious, but entirely possible. Especially when I’ve had time to go for an afternoon run beforehand too…

My decision to spend my year abroad interning is one that, in retrospect, I took quite lightly. There have been, over the last ten months, many moments in which I’ve longed more than anything to be an Erasmus student, falling back on the familiarity of lectures and libraries as a comfort in an unfamiliar country. On balance though, I think I am glad to have had this year. Months of monotonous paperwork has made me realise what a privilege it is to spend every term at Oxford feeling stretched, and reading, and writing, and I vow never to complain about an essay again. I’ve also realised that my future career, whatever it may be – (seriously, what will it be?!!) – must be intellectually stimulating. I think I might shrivel and wilt otherwise. Most of all, though, my two experiences of two very different office environments have been the most wonderful insight into the mindsets of the Germans and the French. I cannot judge one to be better than the other, and nor would I want to. But office life is so central to the lives of most western adults, and I feel like my internships have painted me a more authentic portrait of France and Germany than any university exchange could have.

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