In search of Apfelstrudel: auf geht’s nach Wien

ENGLISH ‘TRANSLATION’ UNDERNEATH

Irgendwann spät im September, in einem spontanen Moment von Wanderlust, buchte ich Flüge nach Wien für das erste Wochenende Novembers – was dann ein fernes Abenteuer schien. Aber langen Stunden von Tabellendokumenten werden irgendwie immer zu Tagen, und dann zu Wochen, und ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie ich unterwegs nach Flughafen Leipzig unterwegs war. Es wäre das bisher größter Abenteuer meines Lebens in Leipzig.

Meine Gastgeberin in Wien war Noni, eine Jugendfruendin aus der fernen Vergangenheit – aus der Grundschule. Sie studiert Deutsch an der Uni Edinburgh, und macht zurzeit ihre Auslandsjahr an der Uni Wien. Als kleine Kinder waren wir unzertrendlich, aber seit sechs Jahren wohnt sie im Norden, und deshalb sehen wir uns nur selten. Die Gelegenheit, sie in Wien zu besuchen, wollte ich nicht vertun!

Ich kam am späten Freitagabend an, und wir gingen erstmal trinken. Natürlich wollten wir uns über alles reden, und unsere Erlebnisse von dem Leben als Auslandsjahrstudent vergleichen. Mit Glühwein geht alles besser. Sie erzählte mir alle ihrer Irrungen – ein Zimmer in einem ungeselligen, schäbigen Studentenwohnheim ganz am Rande der Stadt – und ich antwortete mit meinen eigenen Wirrungen – nämlich die Kopfschmerzen, die ich schon seit sechs Wochen habe. Und dann gingen wir nach ihrer Wohnung, die ja nicht so schlimm ist.

Samstag war ein Touristentag. Wir gingen erstmal nach Stephansdom, das bewegendes Gotteshaus und weltberühmtes Bauwerk im Mitte Wien. Innerhalb des Doms ist es dunkel und düster, was eine unheimliche und geistliche Atmosphäre schafft. Obwohl der Dom vom Bodenniveau unglaublich schön ist, gingen wir danach hoch, oben auf dem Turm. Von dort oben hatten wir einen wundervollen Blick von Wien: zahllose Gebäude, in einer fast chaotischen Weise zusammengepackt, und dann endlich am Rande, Bergen und grün. Eine Stadt von oben zu sehen scheint mir die beste Art, den Ort kennenzulernen, und deshalb gehe ich immer hoch, wenn es eine Möglichkeit entsteht. Der Dom hat auch ein wunderschönes Dach, das man von unten nicht völlig sehen kann.

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Es folgte irgendeine Rundfahrt von Wien: wir schauten schönen Gebäuden an, wir tranken heiße Schokolade, und wir redeten. Sobald es dunkel war, fuhren wir zurück nach Nonis Wohnung um uns umzukleiden. Samstag Abend war mein (ganz nachträgliches) Geburtstagsgeschenk: ein Abend an dem Wiener Musikverein. Der Musikverein ist ein weltberühmte Konzertsaal, und wir hatten Konzerttickets! Es spielte leider kein Orchester, sondern eine Mischung von verschiedene Kammermusikakten vor der Pause, und dann eine Messe von Mozart mit Kammerorchester. Die Musik war traumhaft und der Saal war herrlich schön, mit einer unglaublichen kunstvollen Decke. Was mir aber genervt hat, war das Verhalten des Publikums. Ich hatte das Gefühl, dass viele Leute nur aus “Touristenpflicht” dabei waren, und dass sie gar kein Interesse an dem Konzert hatten. Überall um uns herum saßen Menschen, mit dem Handy in der Hand, die durch den Konzert zappelten und flüsterten. Schade. Wir liessen uns aber diese Irritation nicht von unserem Abend nehmen, und nach dem Konzert gingen wir nochmal trinken, diesmal in einer schicken Cocktailbar mit einem Freund von Noni, Alex der Banker.

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Sonntag war es für November ungewöhnlich warm. Wir liefen durch den Weihnachtsmarkt, und neben den Holzhütten gingen wir Leuten vorbei, die nur T-Shirts trugen. (Ich wollte ebenfalls meine Wollmütze tragen – sie hilft bei den Kopfschmerzen). Ich fand endlich den lang erwarteten Apfelstrudel, und wir sassen uns draußen, im Sonnenschein. Der letzter Punkt auf unserer Touristenliste war eine Führung durch das Opernhaus. Wer ein Oper in Wien sehen will muss entweder 200 EUR bezahlen, oder den ganzen Tag in einer Warteschlange sehen. Mit einer Führung sieht man kein Oper, aber das Opernhaus selbst ist wunderschön, und einen Besuch wert. Mit großen Augen bewunderte ich die fantastische Decke, ich verweilte mich vor der Statue von Mahler, mein Lieblingskomponist, der die ganze Kultur von Oper revolutionierte, und ich saß vor der Bühne, wo ich mich als reiche, bejahrte Dame vorstellte. Die Führungsleiterin erzählte uns so viele interessante Fakten, dass ich fast alles vergessen habe, aber ein hat mich wirklich beeindruckt: der Wiener Oper besetzt 180.000 Kostüme. 180.000. Zusammen könnten sie 9km strecken.

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Und dann war meine Wochenende in Wien schon vorbei, und ich musste mich zum Flughafen eilen, und zurück nach Leipzig fliegen.

Wien war lebendig und wunderschön, und ein fantastischer Ort für einen Wochenendausflug. Trotzdem konnte ich nicht anders als darüber nachdenken, wie froh ich bin, dass ich mein Auslandsjahr nicht da verbringe. Dieses Gefühl hatte ich auch heute, als ich ein paar Stunden in Berlin verbrachte. Obwohl Wien pulsierend, spannend und cosmopolitan ist, war es fast eine Erleichterung, zurück in dieser kleineren, zufriedenen Stadt zu sein – die Stadt die ich, langsam und vielleicht widerwillig, als meine Heimat nenne.

*****

In a spontaneous moment of Wanderlust sometime in late September, I booked flights to spend the first weekend of November in Vienna – it seemed like a far off, distant adventure at the time. But somehow, hours of spreadsheets always turn into days and weeks, and before I knew it I was making my way to Leipzig airport for my most significant jaunt since I’ve been here.

My host in Vienna was Noni, my childhood best friend from the distant days of primary school. She studies German at Edinburgh, and is currently year-abroading at university in Vienna. We were completely inseparable as children, but since she moved “oop north” six years ago, we’ve only seen each other occasionally. I certainly wasn’t going to miss the opportunity to visit her in Vienna.

I arrived late on Friday evening, and we started by going for drinks. There was, of course, a lot of catching up to do, and we were keen to compare our lives as year-abroaders. Such things are much easier with a glass of mulled wine. She told me of the trials of her life in Vienna, like living in not-very-sociable and also not-that-nice student halls right on the outskirts of Vienna, and I replied with my own tribulations – namely the fact that I’ve had a headache pretty much constantly for six weeks. And then, later, we went back to her flat, which really isn’t so bad.

Saturday was a touristy day. We started by going to St. Stephen’s Cathedral, a poignant place of prayer and a world famous work of architecture in the middle of Vienna. Inside it’s dark and gloomy, making for a strange, eery, spiritual atmosphere. The cathedral is undeniably beautiful from floor level, but we went to the top of the tower anyway. From there, we had a brilliant view of Vienna: countless buildings crammed together almost chaotically for miles and miles, but then eventually, around the edge, hills and green. I’ve realised that seeing a city from above is by far the best way of understanding how a place fits together, and so I’ve been taking every opportunity to go high up, anywhere. This cathedral also has a pretty wonderful roof, which you can’t really see from down below.

The day continued with a tour of Vienna, of sorts: a flurry of pretty buildings, hot chocolate, and conversation. As it got dark we headed back to Noni’s to get changed. Saturday evening was my (very much belated) birthday present: an evening at the Musikverein. The Musikverein is a world famous concert hall, and we were going to see a concert. There was, sadly, to be no symphony orchestra, but rather a selection of chamber music acts in the first half, and then a Mozart mass with chamber orchestra in the second. The music was divine and the hall itself was utterly beautiful, with a wonderfully ornate ceiling. The only slight irritation was the behaviour of much of the rest of the audience. I got the feeling that many of our fellow concert-goers were perhaps only there to tick off a destination on the Vienna tourist trail, and that being there in itself was enough, in their minds, to fulfil that. Interest in the concert itself was almost irrelevant. We were surrounded by people who sat, phone in hand, whispering and fidgeting. A real shame. But we didn’t let this irritation spoil our lovely evening, and straight after the concert we went once more in search of drinks, this time at a fancy cocktail bar with Noni’s banker friend Alex.

Sunday was unusually warm for November. We walked through the Christmas Market, where we passed people in just t-shirts amongst the festive wooden hats. (I was determined to wear my wooly hat regardless – it really helps the headache). I finally found the long-awaited apple strudel, and we sat outside eating in the sunshine. The last stop on our tourist list was a tour of the opera house. If you want to actually see an opera in Vienna, you have to either pay 200 Euros, or spend the whole day waiting in a queue. The guided tour doesn’t show you any opera as such, but the opera house itself is stunning and well worth a visit. I admired the wonderful ceiling, lingered in front of the statue of Mahler (my long-time favourite composer, who also completely revolutionised the whole culture of opera), and I sat in front of the stage, imagining myself as a rich, elderly, concert-going lady. The tour guide recounted so many interesting facts that I forgot most of them straight away, but one in particular left me feeling astounded: the Vienna State Opera owns 180,000 costumes. One hundred and eighty thousand. Together, they could cover a distance of six miles.

And then, suddenly, my weekend in Vienna was over already, and I hurried to the airport to fly back to Leipzig.

Vienna was vibrant and beautiful, and the most wonderful place to escape for a weekend. I couldn’t help but feel glad though – as I did today when I spent a few hours in Berlin – that I wasn’t spending my year abroad there. As vibrant, exciting and international as Vienna is, it was almost a relief to be back in this smaller, happy city, that I’m gradually (and reluctantly) beginning to call home.

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